Das Porträtarchiv Diepenbroick (PAD) umfasst mit ca. 120.000 Druckgrafiken deutschlandweit die größte, enzyklopädisch vom 16. bis ins 20. Jahrhundert hineinreichende Spezialsammlung ihrer Art.
Da der Schwerpunkt auf Blättern aus dem 17. und 18. Jahrhundert liegt, werden diese bevorzugt gesammelt. Zusätzlich wird auf den internationalen Charakter der Sammlung geachtet – etwa die Hälfte der Porträts entstammen nicht dem deutschsprachigen Kulturraum. Ein weiteres Ankaufskriterium ist die Dokumentation von seltenen Probedrucken, Druckvarianten oder der Zweitverwendung von Druckplatten.
Durch den Ankauf hochwertiger graphischer Bildnisse wird das Archiv fortlaufend ergänzt, so 1996 durch die Radierung „Selbstbildnis mit Saskia“ von Rembrandt, die durch das Engagement der „Freunde“ in die Sammlung aufgenommen werden konnte.
Das Blatt ragt aus den zahlreichen Selbstbildnissen Rembrandts dadurch hervor, dass es hier nicht nur um ihn selbst (als Künstler) geht, sondern auch um Saskia, seine Frau und sein Modell: die Frau, die auf ihn, den tätigen Künstler und geliebten Mann, schaut und die er auch im Blick hat, wenn er in den Spiegel sieht.
Rembrandt trägt einen breitkrempigen, federgeschmückten Hut und blickt aus dem Bild heraus zum Betrachter. Seine Augen sind durch den Hut verschattet, lediglich das Augenweiß hebt sich deutlich aus dem Dunkeln hervor. Im Gesicht des Künstlers ballen sich auch die Strichlagen. Der Federhut und seine Kleidung hingegen sind in lockeren Linien gestaltet. Mit wenigen, aber sehr charakteristischen Strichen bildet er seine Hand mit dem Stift ab. Während auf Rembrandts Seite die dunkleren Zonen den Eindruck bestimmen, ist Saskia, leicht nach hinten versetzt, neben ihm sitzend, sehr viel heller gestaltet. Mit einem milden Lächeln ist ihr Gesicht dem Künstlergatten zugewendet.