Der Maler und Grafiker Christian Rohlfs (1849 – 1938) war ein außergewöhnlich wandlungsfähiger Künstler, der erst spät von der Öffentlichkeit anerkannt wurde.
Nach seinem Studium an der Großherzoglichen Kunstschule blieb er zunächst in Weimar, bis er 1901 von Karl Ernst Osthaus als Leiter einer Malschule des Folkwang-Museums nach Hagen geholt wurde. Bereits in Weimar wandte sich Rohlfs der Landschaftsmalerei zu. Damit ging eine Hinwendung vom Realismus zu impressionistischen Tendenzen einher. Nach einer kurzen neoimpressionistischen Phase im Jahr 1902/ 03 fand er schließlich zum Expressionismus. Rohlfs war unter anderem Mitglied der Berliner Sezession und seit 1914 der Freien Sezession.
1937 wurde der Künstler als »entartet« diffamiert. Er erhielt Ausstellungsverbot und wurde aus der Preußischen Akademie der Künste ausgeschlossen.
Eines der ersten Werke, deren Ankauf die „Freunde des Museums“ unterstützten, ist das 1879 entstandene Gemälde „Römische Bauleute“, das das Museum für Kunst und Kultur 1976 erwarb. Es entstand nach Abschluss von Rohlfs´ Studiums in Weimar und wurde zunächst abgelehnt – die Darstellung der nackten Körper konnte die Weimarer Hofgesellschaft nicht akzeptieren.
Prof. Dr. Erich Franz, Experte auf dem Gebiet der Moderne und ehemaliger stellvertretender Direktor des Museums für Kunst und Kultur: „Auf den ersten Blick wecken die antike Säule und die männlichen Aktfiguren Assoziationen an idealisierende historische Themen. Doch zeigt das Bild niedrige handwerkliche Arbeit. (…) Zunehmend beachtet man die Oberflächen der Dinge, ihre unterschiedliche Materialität und das Schimmern des Lichtes. (…) Gerade die grob aufgerauhte Farbmaterie suggeriert realistische Wirkungen, die durch „Genauigkeit“ nicht zu erzielen wären.
Rohlfs wird in seinen späteren Werken diese Porösität der Farbe und ihre Suggestionskraft „hinter“ der gemalten Oberfläche noch steigern. Er bleibt bei den niedrigen, unscheinbaren Dingen und verwandelt sie, ohne sich von ihnen zu entfernen, zu spektakulärer Malerei.“