„Baroque Laser“ von Nam June Paik (1995)
Das Engagement der „Freunde des Museums“, die finanzielle Unterstützung des Museums beschränkt sich nicht allein auf die Finanzierung von Erwerbungen zur Bereicherung der ständigen Sammlung. Vielmehr ist es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, mit Hilfe des Freundeskreises auch Aktionen und Projekte zu realisieren, deren Ausmaß das Budget des Museums überstiegen. Hierzu gehörten z.B. die Restaurierung des „Wrangel-Schrankes“, die wunderbare Performance „Leaking Territories“ von Alexandra Pirici im Friedenssaal anlässlich der Skulptur Projekte 2017 oder das Projekt zum „Lichtspielapparat“ von Ludwig Hirschfeld-Mack in der Ausstellung „Bauhaus und Amerika“ 2018.
Viele werden sich auch noch an die spektakuläre Aktion „Baroque Laser“ in der Dyckburg-Kapelle erinnern, deren Realisation 1995 der Freundeskreis ermöglichte.
Nam June Paik, der große koreanische Video-Künstler, war seit seiner Beteiligung an den Skulptur Projekten 1987 Münster, dem „Westfälischen Landesmuseum“ und besonders seinem damaligen Direktor Prof. Dr. Klaus Bußmann besonders verbunden. Im „Schlaun-Jahr“ 1995, in dem dem großen westfälischen Barockbaumeister anlässlich seines 300. Geburtstages eine umfassende Ausstellung gewidmet wurde, aktualisierte Paik in der abgelegenen Dyckburg-Kapelle die Idee des barocken Gesamtkunstwerkes, also des Zusammenspiels von Architektur, Kunst und Musik. So verwandelte er die kleine Kirche in einen Licht-Klang-Raum, in dem der Betrachter zum unverzichtbaren Bestandteil und zum selbstbewussten Akteur dieses Kunstwerks wurde – Paik vermischte unbekümmert die Grenzen zwischen Skulptur und Malerei, zwischen Installation und Environment.