Mit Unterstützung der „Freunde des Museums“ konnte in den letzten Jahren die umfangreiche Sammlung „August Macke“ des Museums für Kunst und Kultur erweitert werden. Nicht nur durch das Porträt von Mackes Schwester Ottilie oder dem Gemälde „Ohne Titel (Spaziergänger im Park)“, sondern auch durch die beiden farbenprächtigen Gemälde „Farbige Karos“ und „Farbige Formen I“ findet der „Macke-Raum“ des Museums eine große Bereicherung.
Die Bekanntschaft mit dem französischen Künstler Robert Delaunay regte Macke ab dem Frühjahr 1913 dazu an, sich mit Farbphänomenen zu beschäftigen. Bei dem Franzosen sah er das Ideal der „lebendigen Farbe“ verwirklicht und fühlte sich in seiner eigenen Entwicklung bestärkt. So entstand eine Reihe von Zeichnungen und Skizzen, die ohne jede Orientierung an Gegenständlichkeit waren. Der Ausdruck dieser Werke war auf das Wirken von Farbe und Form begrenzt. "Farbige Formen I" ist eine von insgesamt vier Fassungen, die der Künstler in Öl auf Pappe beziehungsweise Holz malte. Auslöser für diese Farbstudien waren Delaunays Fensterbilder, durch die Macke angeregt wurde, sich erneut mit Farbtheorien auseinanderzusetze – wie ein in Öl gemalter Farbkreis zeigt.
Auch „Farbige Karos“ (Öl, Holz) entstand 1913 - eine ähnlich strukturierte Darstellung mit vertikalen und diagonalen Linien, Rhomben und Dreiecken existiert als Studie in einem der Skizzenbücher Mackes.